Parabens! – Brasiliens Schiedsverfahrensrecht auf dem Vormarsch

Zum 23. September 1996 ist das neue brasilianische Schiedsverfahrensrecht in Kraft getreten. Heute feiert es seinen 15. Geburtstag. Damit ist des den Kinderschuhen längst entwachsen, sollte aber eigentlich noch mitten in der Pubertät stecken. Tatsächlich ist es längst erwachsen geworden und hat bereits fantastische Erfolge feiern können.

Schiedsverfahren gelten weltweit als eine attraktive Alternative zur staatlichen Gerichtsbarkeit. Von privaten Schiedsgerichten erlassene Schiedssprüche sind weltweit nach dem New Yorker Übereinkommen über die Anerkennung und Vollstreckung von Schiedssprüchen von 1958 weit besser und einfacher vollstreckbar als staatliche Gerichtsentscheidungen.

Über die Zusammensetzung der Schiedsgerichte entscheiden die beteiligten Parteien, denen es möglich ist, Schiedsrichter zu bestimmten, die in der jeweiligen Materie ausgewiesene Experten sind. Schiedsverfahren sind oft schneller als staatliche Gerichtsverfahren. Schiedsverhandlungen sind anders als staatliche Gerichtsverhandlungen nicht öffentlich zugänglich.

Brasilien galt bis zum 23. September 1996 als eine letzte Bastion des Widerstandes gegen Schiedsverfahren in Südamerika. Zwar sah das brasilianische Recht bereits die Möglichkeit vor, private Schiedsverfahren zu führen. Eine wirksame Schiedsvereinbarung (so genannte clàusula compromissórisa) konnte jedoch erst nach entstehen einer konkreten Streitigkeit geschlossen werden. Zudem bedurften Schiedssprüche zu ihrer Wirksamkeit einer zusätzlichen gerichtlichen Bestätigung. Ausländische Schiedssprüche wurden in Brasilien nicht anerkannt.

Mit dem neuen, modernen Schiedsverfahrensrecht hat sich dies grundlegend geändert ...

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