Haben wir keine anderen Probleme? Stellenanzeige „Geschäftsführer gesucht“ benachteiligt Bewerberin (Rechtsanwältin), bringt ihr rund 13.000,00 Euro, hinterlässt aber einen faden Beigeschmack

Das Oberlandesgericht Karlsruhe (OLG) hat am 13. September 2011 entschieden, dass eine Stellenanzeige, in der es in der Überschrift nur heißt „Geschäftsführer gesucht“ zu einer geschlechtsbezogenen Benachteiligung potenzieller „Geschäftsführerinnen“ führt (Aktenzeichen: 17 O 99/10). Im Streitfall schaltete ein Unternehmen zwei Stellenanzeigen mit folgendem Wortlaut (in Auszügen):

„Geschäftsführer[…] im zum nächstmöglichen Eintrittstermin gesucht.“

Eine auch als Rechtsanwältin zugelassene Bewerberin bewarb sich auf diese Stelle, wurde aber nicht eingestellt. Sie meldete daraufhin beim Unternehmen Entschädigungsansprüche in Höhe von ca. 25.000,00 Euro an. Sie behauptete, dass das Unternehmen sie bei der Auswahl im Bewerbungsverfahren benachteiligt habe.

Vor dem OLG hatte die Klägerin damit teilweise Erfolg. Das OLG verurteilte das Unternehmen zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von ca. 13.000,00 Euro (entspricht einem Monatsgehalt). Das OLG war der Auffassung, dass die Stellenausschreibung gegen das Benachteiligungsverbot des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) verstößt. Das OLG führte aus, dass nicht nach männlichen und weiblichen Kandidaten gesucht werden darf und eine Stellenausschreibung immer geschlechtsneutral sein müsse. Geschlechtsneutral sei eine Ausschreibung aber nur dann, wenn sie sich in ihrem gesamten Ausdruck sowohl an Männer als auch an Frauen richte. Dem könne nur Rechnung getragen werden, wenn ein geschlechtsneutraler Oberbegriff gewählt wurde ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK