Lehrer wegen Besitzes von Kinderpornos entlassen: Nachträgliche Reue und Therapie helfen ihm auch nicht mehr.

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH Mannheim) musste sich mit einem unappetitlichen Fall beschäftigen. Ein Gymnasial-Lehrer war mit 3.000 kinderpornographischen Fotos und Videos erwischt worden, auf denen "die abgebildeten Kinder unter Loslösung von sonstigen menschlichen Bezügen allein zum Objekt sexueller Begierde degradiert" worden sind. Bei etlichen Abbildungen wurde der Missbrauch von noch sehr kleinen Kindern unter 5 Jahren bis hin zum Säuglingsalter dargestellt. Die Dateien fanden sich auf seinem privaten Rechner. Nach der Durchsuchung dieser PCs durch die Polizei schien er fast erleichtert - zumindest gab er in einer Vernehmung an, die Durchsuchung "sei der richtige Schlusspunkt und eine Reinigung gewesen. Er habe sich dann in psychotherapeutische Behandlung [...] begeben. Er schäme sich, vor allem wegen der Kinderpornografie. Es sei ihm unerklärlich, was er getan habe. Er sei sich nach der polizeilichen Durchsuchung seiner Wohnung bewusst geworden, dass Kinderpornografie sexueller Missbrauch sei." Dennoch wurde er nach einem Disziplinarverfahren durch das Regierungspräsidium aus dem Beamtenverhältnis entfernt und freigestellt. Dabei stützte es sich auf § 31 Absatz 1 Satz 1 des baden-württembergischen Landesdisziplinargesetzes (LDG), der wie folgt lautet:
"Hat der Beamte durch ein schweres Dienstvergehen das Vertrauen des Dienstherrn oder der Allgemeinheit in die pflichtgemäße Amtsführung endgültig verloren, wird er aus dem Beamtenverhältnis entfernt."
Dagegen wehrte sich der Lehrer, teilweise unter Berufung darauf, dass es sich bei den Bildern in vielen Fällen nur um "Thumbnails" (kleine Vorschaubilder) gehandelt habe, teilweise damit, dass er nach dem strafrechtlichen Verfahren nicht vorbestraft sei. Auch auf seine Therapie wies er hin, nach der die Wiederholungsgefahr ausgeschlossen sei ...Zum vollständigen Artikel


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