Richters Liebling

Wenn man schlau ist, dann sucht man sich seinen Pflichtverteidiger selber aus und wartet nicht einfach darauf, dass der Richter sich stattdessen einen aussucht. Das geht in den meisten Fällen nach hinten los, denn was daraus wird, wenn ein Richter sich seinen eigenen Gegner selber aussuchen kann, liegt ja auf der Hand und scheint sich nur leider noch nicht bis zum Gesetzgeber herumgesprochen zu haben.

Manchmal tun Richter aber auch vieles dafür, den Wunsch der Mandanten zu vereiteln. So habe ich nun einen Aktenvermerk vorliegen, wonach sich während meines Urlaubs folgendes, allerdings unbestätigtes abgespielt haben soll: Ein Jugendlicher wird verhaftet und erhält dadurch einen sofortigen Anspruch auf Beiordnung eines Plichtverteidigers. Auf die Frage an ihn und seine Mutter soll der Wunsch ausgesprochen worden sein, dass meine Wenigkeit beigeordnet werden solle. Davon habe der Richter aber abgeraten (“der kann nix” oder sinngemäß) und soll einen anderen empfohlen und angedient haben. Einen Stamm-Pflichtverteidiger. Der ist es dann auch geworden. Die Mutter kam daraufhin -ich war im Urlaub- zu meinem Kollegen und berichtete dies, ward seitdem aber leider nicht mehr gesehen. Sehr schade, dieser Sache würde ich gerne auf den Grund gehen. Aber bevor ich mir nicht selbst ein Bild davon gemacht habe, ob dem so gewesen ist -vorstellen kann ich es mir sehr gut-, sind mir die Hände gebunden. Schade, schade ...

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