Wachsleichen, Friedhofssatzung und das Nutzungsrecht an einem Familiengrab

Dem ernsten Thema angemessen, hat das Oberverwaltungsgericht Koblenz sich in einer seitenlangen Entscheidung mit dem Thema befasst, ob eine Gemeinde die Erdbestattung an bestimmten, bereits genutzten Stellen des Friedhofs verbieten kann. Gegen eine solche Bestimmung in der Friedhofssatzung der Stadt Landau hatte ein Mann geklagt, dessen Vater bereits an einer solchen Stelle bestattet worden war und der bereits Vorsorge dafür getroffen hatte, dass auch seine Mutter, er selbst und seine Ehefrau dort später ihre letzte Ruhestätte finden würden - ein typisches Familiengrab, eben. Dazu hatte er ein entsprechendes Nutzungsrecht an Gräbern erworben, das nunmehr durch die Neuregelung in Frage stand. Die Stadt hatte die Erdbestattungen untersagt bzw. an die Nutzung eines so genannten "Hüllensystems" geknüpft, da vermehrt "Wachsleichen" bzw. "schwarze wabbelige Leichen" nach Ablauf der entsprechenden Ruhezeiten aufgefunden worden waren. Das war zurückzuführen auf die - durch neuere Gutachten belegte - schwierige geologische und hydrogeologische Beschaffenheit auf den bestehenden Friedhöfen. Das Normenkontrollverfahren hatte Erfolg; das Gericht entschied, dass die Neuregelung gegen höherrangiges Recht verstieße, da sie in die bestehenden Nutzungsrechte in unverhältnis­mäßiger Weise eingriffe. Es begründete diese Entscheidung wie folgt:
"[...] das grundsätzliche Verbot von Erdbestattungen [stellt] für die Berechtigten eine weitestgehende Entziehung der Nutzung dar ...
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