Deutschlands Arbeitsgerichte (10) – Duisburg

Mit Duisburg verbindet sich in der Vorstellung vieler auch heute noch das Montan-Industriezeitalter des Ruhrgebiets. Wer heute die Stadt aufsucht, findet dagegen Spuren des Kulturwandels und der Europäischen Kulturhauptstadt 2010.

Das Arbeitsgericht Duisburg liegt nur wenige Gehminuten hinter dem Bahnhof an der Mülheimer Straße 54. Hierzu verlässt man den Duisburger Bahnhof am besten durch den „Ausgang Neudorf“. Das Gericht ist im Landesbehördenhaus untergebracht. Das dreiteilige Gebäude besteht aus dem 9-geschossigen Turm an der Ecke der Mülheimer Straße zur Ludgeristraße, dem rechts neben dem Turm angesetzten Gebäudeteil an der Mülheimer Straße und dem später errichteten Anbau in der Ludgeristraße.

Entworfen hat das Gebäude der Architekt Emil Fahrenkamp, in den 1920er-Jahren einer der prominentesten Architekten in der rheinisch-westfälischen Region mit hervorragenden Kontakten in die Kreise der Industrie, die für ihn Aufträge und Erfolg bedeuteten. Sein Name wird heute hauptsächlich mit dem „Shell-Haus“ in Berlin und dem inzwischen abgerissenen Hotel Breidenbacher Hof in Düsseldorf verbunden. Fahrenkamp leitete ab 1937 die Kunstakademie Düsseldorf. Obwohl er selbst eine Verstrickung mit dem Regime nicht erkannte, zog er sich – nachdem er 1946 seines Direktoren-Amtes enthoben wurde – aus der Öffentlichkeit zurück. Für die letzten zwei Jahrzehnte seines Lebens widmete sich Fahrenkamp privaten Bauaufträgen; einen solchen stellt auch das Gebäude an der Mülheimer Straße 54 dar:

Der Turm an der Mülheimer Straße mit zunächst acht Geschossen wurde 1951 nämlich als Verwaltungsgebäude für die Klöckner & Co. AG errichtet, deren vor dem Krieg genutztes Bürogebäude schwer beschädigt worden war. Der im Jahr 1951 errichtete Turm war eines der ersten größeren Bauprojekte der Nachkriegsjahre in Duisburg ...

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