Christian Klar schweigt

Christian Klar als Zeuge

Ausgerechnet neben dem SWR-Übertragungswagen versteckte sich Christian Klar heute Morgen vor den zahlreichen Fotografen, wie meine Kollegin Jenny berichtete. Sie erkannte ihn nicht, wunderte sich aber, wer sich da so dicht an dem Fahrzeug herumdrückte und kaum etwas von seinem Gesicht zeigte: Eine petrolfarbene Schiebermütze tief ins Gesicht gezogen, eine kupferfarbene Sonnenbrille, ein Halstuch. Einige Minuten später betrat er das Gerichtsgebäude durch den Hintereingang, mehrere junge Leute schirmten ihn gegen die Fotografen ab. Es waren teilweise die gleichen Sympathisanten, die im März die Verhandlung gestört hatten. Und dann begann das Schweigen.

Der Vorsitzende Richter Hermann Wieland redete Klar länger als eine halbe Stunde ins Gewissen: „Sie haben ja wohl mit die meisten Erkenntnisse, die meisten Informationen, das meiste Wissen“, so Wieland. „Sie könnten verfahrensentscheidend sein,. Es wäre etwas, was in die Rechtsanalen eingehen würde und ihnen Respekt verschaffen könnte. Es könnte auch eine Versöhnung sein. Für Sie und für die Gesellschaft“. Aus dem Zuschauerbereich war nicht erkennbar, ob Christian Klar darauf reagierte.

„Im Gnadenverfahren haben sie gesagt, sie hätten sich in der Haft entwickelt und eigene Veränderungen gespürt. Auch in ihren Ansichten. Insofern habe ich die Hoffnung, dass sie sich verändert haben und uns helfen, dass wir in der Sache Verena Becker ein gerechtes Urteil finden können“, beendete Wieland seinen Appell.

Doch er half nicht. Klar machte die nötigen Angaben zur Person („Adresse wie in der Ladung“), erklärte, dass er von Beruf Kraftfahrer sei und keine weiteren Zuwendungen erhalte: „Es muss reichen!“. die Frage, ob er in einer Beziehung lebe, beantwortete Klar nicht, bzw. ausweichend: „ich zahle Miete für meinen Wohnsitz“ ...

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