Dankes- und Wunschformel im Arbeitszeugnis, LAG Düsseldorf vom 3. November 2010 – 12 Sa 974/10

Das Lesen beziehungsweise Entschlüsseln von Zeugnissen ist eine heikle Angelegenheit. Nach der Rechtsprechung sollen Arbeitszeugnisse stets wohlwollend formuliert sein. Sie müssen aber auch wahrhaftig sein. Will ein Arbeitgeber zum Ausdruck bringen, dass er mit seinem Mitarbeiter gar nicht einverstanden war, muss er dies dann schon mehr oder minder verschlüsseln. Das geschieht in der Praxis durch Auslassungen.

Umgekehrt bedeutet das, dass das Zeugnis eines Mitarbeiters, der die ihm gestellten Anforderungen erfüllt hat, dort nicht schweigen darf, wo der Leser eine positive Hervorhebung erwartet. Diese Problematik ist Knackpunkt einer aktuellen Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf.

Sachverhalt

Es ging darum, ob beziehungsweise wann der Arbeitgeber ein Zeugnis mit einer höflichen Schlussformel abschließen muss, die Dank für die geleistete Arbeit und gute Wünsche für den weiteren Berufsweg enthält.

Das streitige Zeugnis endete mit den Worten: „Nach ihrer dreijährigen Elternzeit scheidet Frau X aus unserem Unternehmen im beiderseitigen Einvernehmen aus“. Die Arbeitnehmerin war mit dieser Schlussformel unzufrieden. Sie verlangte, dass man ihr Dank für die gute Zusammenarbeit aussprechen und für die Zukunft alles Gute wünschen müsse.

Entscheidung

Das BAG hatte vor zehn Jahren entschieden, dass der Arbeitgeber mit einem etwaigen Schlusssatz eine Erklärung abgebe, die über den von ihm geschuldeten Zeugnisinhalt hinausgehe. Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch seien Dank für die gute Zusammenarbeit und gute Wünsche für die Zukunft Aussagen über persönliche Empfindungen des Arbeitgebers ...

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