Werben für Pippi Langstrumpf-Kostüme – 50.000,00 EUR Schadenersatz

Das Landgericht Köln hat mit Urteil v. 10.08.2011, Az. 28 O 117/11 entschieden, dass es urheberrechtlich unzulässig ist, Kostüme von Pippi Langstrumpf zu verkaufen und dafür mit einem Bildnis von Pippi Langstrumpf zu werben, wenn hierfür keine Lizenz vorhanden ist. Beklagt war ein deutscher Discounter der durch das Urteil zur Zahlung eines Schadenersatzes in Höhe von 50.000,00 €verurteilt wurde.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Urheberrechte an der Figur Pippi Langstrumpf durch die Werbung mit dem Bildnis und dem Verkauf der Kostüme verletzt sind. Die Romanfigur Pippi Langstrumpf ist nicht nur als Romanfigur urheberrechtlich geschützt, sondern die urheberrechtlichen Verwertungsrechte erstrecken sich auch auf Gebiete außerhalb von literarischen Werken. Die Figur genießt damit umfassenden Urheberrechtsschutz. Hervorzuheben ist, dass die Romanfigur als solche, ein Werk im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG darstellt.

Pippi Langstrumpf hat einen hohen Wiedererkennungswert. Daher ist es nicht nur unzulässig, Protagonisten oder Romane selbst an Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf „anzulehnen“, sondern der Urheberrechtsschutz besteht auch in anderen Verwertungsformen. Zur Verletzung der Urheberrechte durch die Veröffentlichung des Buches „Die Doppelte Pippielotta“ hatte das Oberlandesgerichts Hamburg mit Beschluss v. 05.03.2011, Az.: 5 U 140/09 bereits Stellung genommen. Der Senat hebt hervor, dass sich das streitgegenständliche Buch durch die Übernahme wesentlicher Charakteristika der Pippi Langstrumpf in die Reihe der bekannten Lindgren Romane einreihe und so zur Urheberrechtsverletzung avanciere ...

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