Tagelöhner (Teil II)

Tagelöhner waren hier schon einmal Thema.

Der Tagelöhner ist für Ideologen ein Idealtypus des Arbeiters – jedenfalls meinen Ideologen das, die „den Arbeitgeber/Kapitalisten“ nch eigener Auffassung genau verstehen. Der Tagelöhner kommt morgens, um beim Kapo zu fragen, ob der heute etwas für ihn hat. Der Kapo knurrt dann „Ja“ oder „nein“. Bei „Ja“ reicht er ein Vertragsformular, dass die befristete Beschäftigung für einen Tag sichert. Der gesetzlichen Schriftform ist Genüge getan.

Will der Tagelöhner Urlaub machen, geht er nicht zum Kapo.

Der Tagelöhner hat zwar sicher einen Urlaubsanspruch aus dem BUrlG. Aber es nützt ja nichts, das morgens dem Kapo zu sagen, denn der wird dann keinen Arbeitsvertrag ‘rüberreichen – nie mehr, wenn man Pech hat.

Ist der Tagelöhner krank, wird er gar nicht erst antreten.

Mit ein bisschen Glück macht das nichts, er kann sich ja arbeitslos melden. Solange er die Voraussetzungen erfüllt, kann er dort, von der Solidargemeinschaft, Entgeltfortzahlung und Urlaub bekommen.

Das macht ihn eben so ideal. Mit solchen Sozialkosten muss sich der Arbeitgeber nicht belasten. Mit Kündigungsschutz auch nicht. Der Tagelöhner wird immer nur wegen Arbeitsspitzen befristet, als Aushilfe. Im Winter z.B. ein halbes Jahr lang mit Räumen, Streuen und danach wieder Wegfegen.

Der Tagelöhner ist nicht der Idealtypus des Arbeitnehmers, wie der Gewerkschafter ihn sich wünscht. Er gefällt, ganz nebenbei, auch nicht allen Arbeitgebern.

Gewerkschafter sind da aber flexibler. Linke auch. Wir schildern hier nämlich keine abstrakten Fälle ...

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