Mahlzeit!

Die Verhandlung begann schon mit deutlicher Verzögerung. Und dann macht mein Mandant noch nicht mal ein Geständnis, sondern schildert ausführlich, wie es aus seiner Sicht passiert ist. Gegen 12.45 Uhr schaut der Richter auf seine Uhr. “Drei Zeugen schaffen wir bis Mittags nicht mehr. Höchstens einen noch.” Auf meine überraschte Nachfrage, was denn das Problem sei: “Wir müssen dann Pause machen. Ich muss Mittag essen.” Ich verwies nochmal darauf, dass es dann nur noch zwei Zeugen seien, die beide zusammen allenfalls zehn Minuten was zu sagen hätten, wenn überhaupt. Danach wäre doch Schluß, weil in einem weiteren Termin weitere Zeugen zu hören seien. “Nein, das geht nicht.”

Tja, dann wurde noch ein Zeuge gehört. Wie die anderen noch folgenden jemand, der aus dem Knast vorgeführt wurde und seit über 6 Stunden in der Gerichtszelle warten musste. Das ist nun ein Ort, an dem man keine 3 Minuten sein will. Gekachelter Raum, nur eine harte Steinbank und eine offene Toilette in dem Raum. Keine Decke, kein Kissen, kein Stuhl. Vielleicht gegen Mittag ein Trinkpäckchen und ein Butterbrot. Vielleicht.

Der letzte Zeuge vor der Pause hatte Mumm: Nach seiner Vernehmung (vielleicht 10 Minuten) sagte er, er sei Haftsprecher und wollte mal sagen, dass es eine Unverschämtheit sei, so lange in so einer Zelle eingepfercht zu sein. Das sei herablassend und da unten werde auch schon randaliert ...

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