Fall Kachelmann: Iudex non calculat oder Kann mir mal jemand beim Rechnen helfen?

© Gerd Altmann / pixelio.de

Wer sich ein bisschen für den Fall Kachelmann interessierte, der hat natürlich mit Spannung den 31.05.2011 verfolgt: der grosse Tag der Urteilsverkündung vor dem Landgericht Mannheim im Vergewaltigungsprozess gegen den schweizer Wettermoderator, geführt unter dem Aktenzeichen 5 Kls 404 Js 3608/10. Der Angeklagte wurde an diesem Tage freigesprochen, doch eine schriftliche Urteilsbegründung lieferte das Gericht zunächst nicht, lediglich eine ziemlich unsägliche mündliche „Begründung“ des Vorsitzenden Michael Seidling, die eher einer Abrechnung mit dem Angeklagten und seinem Verteidiger und einer Rechtfertigung des Gerichts für sein Tun sowie der Nebenklägerin für ihre Anzeige entsprach.

Schriftlich äusserte sich allein Dr. Joachim Bock, Vorsitzender Richter und Pressereferent am Landgericht Mannheim: Landgericht Mannheim – Pressemitteilung vom 31.05.2011- Freispruch für Jörg Kachelmann. Und auch diese Presseerklärung hatte es in sich, denn dort wurden viele der – na, sagen wir mal zurückhaltend – Anfeindungen und Unstimmigkeiten der mündlichen Urteilsbegründung des Vorsitzenden Michael Seidling reichlich unreflektiert wiedergegeben; ein paar Beispiele:

„Der heutige Freispruch beruht nicht darauf, dass die Kammer von der Unschuld von Herrn Kachelmann und damit im Gegenzug von einer Falschbeschuldigung der Nebenklägerin überzeugt ist.“ „Den Vertretern der Staatsanwaltschaft (…) pflicht- bzw. gesetzeswidriges Verhalten zu unterstellen, ist eines Strafprozesses unwürdig. Die – wenn auch hart geführte – Auseinandersetzung in der Sache setzt immer auch den respektvollen Umgang miteinander voraus. Diesen hat der Verteidiger des Angeklagten häufig vermissen lassen ...Zum vollständigen Artikel


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