Erbrecht: Änderungen und Ergänzungen von Testamenten

Möchte ein Erblasser sein Testament ändern oder ergänzen, so müssen die strengen Formvorschriften beachtet werden. Nachträge auf Testamentskopien, die keine Unterschrift enthalten erfüllen das Formerfordernis nicht und sind damit unwirksam. Auch eine spätere Unterschrift auf der Kopie heilt den Formmangel nur unter bestimmten, engen Voraussetzungen.

Dem vom Oberlandesgericht München entschiedenen Fall (Beschluss vom 31.08.2011, Az. 31 WX 179/10) liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Die verwitwete, kinderlose Erblasserin ist im Jahr 2004 verstorben. Sie errichtete im Jahr 2000 ein handschriftliches Testament, mit dem sie ihrer Großnichte ihr Haus und den Grund „vererbte“ und ihren Schmuck zuwandte. Weiter ordnete sie folgendes an: „Mein Vermögen teilt sich mit ihrer Mutter Frau H. Z. (…) und meine Nichte ..“.

Die Großnichte der Erblasserin beantragte unter Berufung auf das Testament aus dem Jahr 2000 einen Erbschein, der sie als Alleinerbin ausweist. Der Beteiligte zu 2) wandte gegen die Alleinerbenstellung der Großnichte ein, dass es noch zwei Nachträge zu dem Testament aus dem Jahr 2000 gäbe. Der erste Nachtrag ist eine Fotokopie des Testaments mit einer handschriftlichen Ergänzung des Testaments, die nicht ganz entziffert werden konnte und wie folgt lautet:„Haus (…) (?) Anbau … ? mein Mieter H (= Beteiligter zu 2)“. Beim zweiten Nachtrag handelt es sich um eine Kopie des ersten Nachtrags, versehen mit einer Unterschrift der Erblasserin und dem Hinweis „Kopie = Original“.

Das Nachlassgericht kündigte einen Erbschein an, der die Großnichte als Alleinerbin ausweist. Dagegen richtet sich die Beschwerde des Beteiligten zu 2), der aufgrund des Zusatzes davon ausgeht, dass er zum Alleinerben berufen sei, weil der Anbau des Anwesens den wesentlichen Vermögensbestandteil der Erblasserin darstelle.

Die Beschwerde des Beteiligten zu 2) hat keinen Erfolg ...

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