Prozessauftakt gegen untreuen Pfarrer

Von den Geständnissen, die er im Ermittlungsverfahren abgelegt hat, will er heute nichts mehr wissen: „Ich kann guten Gewissens sagen, dass ich meine Kirche um keinen Cent geschädigt habe“, sagte der mittlerweile 78 Jahre alte ehemalige Pfarrer der Gemeinde Laudenbach gestern zum Auftakt seines Strafprozesses vor dem Würzburger Landgericht.

50 Fälle der Untreue im besonders schweren Fall mit einem Schaden von 1.088.658,33 Euro legt die Staatsanwaltschaft dem katholischen Geistlichen zur Last, der von 1969 bis zu seiner Pensionierung Ende 2009 Pfarrer in Laudenbach war und dort, so Staatsanwältin Katja Weisensel-Kuhn, „in erheblichem Umfang Gelder veruntreut“ hat. Als Pfarrer war der 78-Jährige auch verantwortlich für die katholische Kirchenstiftung der Gemeinde. Statt die Einnahmen aus Spenden uns Kollekten gemäß seiner Verpflichtung „gewissenhaft und sparsam zu verwenden“, soll er regelmäßig Gelder in die eigene Tasche gesteckt haben.

Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden rund 130.000 Euro in verschiedenen Umschlägen gefunden. Außerdem soll der 78-Jährige hohe Beträge von Konten der Stiftung in bar abgehoben oder auf seine eigenen Konten überwiesen haben. Eine der Überweisungen in Höhe von 10.000 Euro lief unter dem Stichwort „private Lebensführung“, ein andermal hat der Pfarrer sein Auto im Wert von 18.500 Euro bezahlt. Nur zwei Beispiele für zahlreiche Transaktionen, die ihn erst in Untersuchungshaft und jetzt auf die Anklagebank brachten.

Schon bei der ersten Haftprüfung und in der U-Haft räumte der Geistliche einen erheblichen Teil der Vorwürfe ein. Beim ersten Geständnis „war ich völlig durcheinander“, sagt der Angeklagte heute ...

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