BAG: katholischer Chefarzt eines katholischen Krankenhauses darf trotz “wilder Ehe” und Wiederverheiratung nicht gekündigt werden

1. Die Wiederverheiratung eines Chefarztes an einem katholischen Krankenhaus rechtfertigt nicht in jedem Fall seine ordentliche Kündigung. 2. Grundsätzlich haben Religionsgemeinschaften und ihre Einrichtungen das verfassungsmäßige Recht, von ihren Beschäftigten ein loyales Verhalten im Sinne ihres jeweiligen Selbstverständnisses verlangen zu können. Als Loyalitätsverstoß kommt auch der Abschluss einer nach katholischem Verständnis ungültigen Ehe in Betracht. 3. Eine Kündigung ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn der Loyalitätsverstoß auch bei Abwägung der Interessen beider Vertragsteile im Einzelfall ein hinreichend schweres Gewicht hat. Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 8. September 2011 – 2 AZR 543/10 -

Das BAG hat mit seiner weisen Entscheidung die Vorinstanzen bestätigt. Das BAG weist in seiner Pressemitteilung darauf hin, “dass die Beklagte auch nichtkatholische Mitarbeiter beschäftigt ebenso wie wiederverheirateter Ärzte. Ferner hatte die Beklagte Kenntnis von dem nach dem Arbeitsvertrag an sich untersagten Leben des Chefarztes in nichtehelicher Gemeinschaft von 2006 bis 2008. Zu berücksichtigen war ferner, dass der Kläger zu den Grundsätzen der katholischen Glaubens- und Sittenlehre nach wie vor steht und an ihren Anforderungen nur aus einem dem innersten Bezirk seines Privatlebens zuzurechnenden Umstand scheiterte ...

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