Haben ist besser als kriegen

Neulich im Meeting mit einer Marketingabteilung wurden ein paar Zukunftsvisionen besprochen und was man eigentlich alles mit Kundendaten machen könnte.

Dabei wurde recht schnell klar: Haben ist besser als kriegen…

Gebt her Eure Daten

Der Traum einer jeden Marketingabteilung scheint es zu sein, erst einmal möglichst viele Daten zu haben und dann damit alles machen zu dürfen. Dabei wäre die präferierte Vorgehensweise

Erst einmal alle möglichen Daten, die irgendwie interessant sein könnten, zu erheben, Zweck, für den die Daten gebraucht werden, kann man ja immer noch später festlegen, wobei eigentlich sowieso kein festgelegter Zweck notwendig ist, da man da flexibel sein möchte und außerdem sind Einwilligungen vollkommen überbewertet.

Leider wird dieser Traum aber wohl ewig ein Traum bleiben.

Aus der Traum

Denn dieses Wunsch-Vorgehen verstößt gleich an mehreren Stellen gegen die Grundprinzipien des Datenschutzrechtes und kann Bußgelder bis zu 300.000 € nach sich ziehen (§ 43 Abs. 3 BDSG).

Schon bei dem ersten Punkt, so viele Daten wie möglich zu erheben geht es los: Erhoben werden darf nach dem Grundsatz der Datensparsamkeit (§ 3a BDSG) nur das, was auch benötigt wird. Es gilt also das Prinzip „Need to know“ und nicht „Nice to have“.

Der Zweck jeder Datenverwendung ist bereits vor der Erhebung festzulegen. Denn nur so kann auch sichergestellt werden, dass der Betroffene überhaupt weiß, was mit seinen Daten passiert. Dieser Umstand ist einer der grundlegenden Säulen, auf denen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung beruht. Daher können die Zwecke auch nicht im Nachhinein einfach geändert werden.

Außerdem gilt im Datenschutz das Verbot mit Erlaubnisvorbehalt, wodurch grundsätzlich alles verboten ist, es sei denn, es ist erlaubt ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK