Warum ist dumm – wohin macht Sinn

Nicht nur Verteidiger lieben die Richter, die den Delinquenten fragen, warum er dies oder jenes gemacht hat. Auch wir haben unsere Lehrer für die Frage “Warum hast du deine Hausaufgaben nicht gemacht” verehrt. Obwohl die “Warum-Frage” eigentlich bekanntermaßen wenig zur Aufklärung beiträgt, ist sie immer (noch??) beliebt und nicht auszurotten.

Die Antwort auf die “Warum-Frage” lautet “Weil….” und ist kausal und vergangenheitsbezogen. Es wird nach den Ursachen geforscht. Grundlage ist ein Reiz-Reaktions-Schema. Ich habe gemacht weil X das gemacht hat. letztlich sind dann immer die anderen Schuld. Den Fragenden bringt die Antwort auch nicht weiter, denn die Vergangenheit kann ich nicht ändern.

Hinzu kommt, dass der Fragende bei einer “Warum-Frage” sich als Richter und höher gestellt als der Befragte aufspielt mit den entsprechenden mentalen Folgen beim Befragten, der sich angegriffen fühlt. Kurz die Stimmung ist futsch! Nichts garantiert mehr einen verdorbenen Feierabend als die Frage der besseren Hälfte: “Warum kommst du schon wieder zu spät?”

In der Mediation und mediativ handelnde Personen gehen eher von dem Prinzip der “plausiblen Intention” aus. Das Prinzip der plausiblen Intention besagt, dass es für jedes menschliche Verhalten eine nachvollziehbare Absicht gibt ...

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