“Daten ha`m wa nicht, nur Mitarbeiter!”

Als Jemand, der den ganzen Tag nichts anderes macht als Datenschutzrecht, ist man oft gewillt zu denken, dass der Begriff der „personenbezogenen Daten“ sich von selbst erklärt.

Doch die Praxis spricht scheinbar eine andere Sprache…

„Keine Daten, nur Bilder“

So wird auch auf die Frage in einem Unternehmen, ob durch eine eingesetzte Videokamera denn personenbezogene Daten verarbeitet würden, schlicht geantwortet:

„Nein, wir haben keine Daten, die Kameraaufnahmen werden irgendwann gelöscht und außerdem zeigen die die Personen auch nur von hinten.“

Ah ja. Diese Antwort lässt allerdings auf mehrere Dinge schließen:

Ja, es geht um Daten (= Aufnahmen), ja, diese sind auch personenbezogen (= zeigen Personen von hinten) und ja, diese werden auch verarbeitet, da sie nämlich gespeichert werden (§ 3 Abs. 4 BDSG).

Schließlich zeigt die Antwort aber auch, dass das Unternehmen eigentlich keine Ahnung hat, was eigentlich „personenbezogene Daten“ heißt.

„Keine Daten, nur Mitarbeiter“

Nachdem in diesem ersten Schritt geklärt worden ist, dass „nur” Aufnahmen von der Kamera erstellt werden, die die Personen von hinten zeigen, kommt als nächstes die Frage, welcher Personenkreis betroffen ist.

Die Antwort kommt schnell, weil scheinbar klar:

„Kein Personenkreis ist betroffen, denn die Kunden sieht man ja nur von hinten und die Mitarbeiter müssen wir ja sehen.“

Auch das lässt tief blicken. Denn

kann man Personen auch durchaus von hinten erkennen und sind auch Mitarbeiter Personen, die auf den Aufnahmen zu erkennen sind.

Insgesamt lässt der Verlauf des Gespräches darauf schließen, dass es im Unternehmen einen Unterschied zwischen Kunden- und Mitarbeiterdaten gibt, die aber beide scheinbar nicht unter den Begriff „Datenschutz“ fallen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK