„Gott“, Meister“ oder einfach nur voll? Sachverständiger weiß es auch nicht

Mord / Freiheitsstrafe / Schuldfähigkeit / Alkohol / Strafverteidiger / Freispruch

Vor dem Schwurgericht Bonn muss sich ein 22-jähriger Paketfahrer verantworten. Ihm wird vorgeworfen in der Silvesternacht einen fremden Mann ohne Vorwarnung von hinten angegriffen zu haben. Dabei soll der alkoholisierte Angeklagte den 44-jährigen Lehrer geschlagen und getreten haben. Außerdem soll er ihm mit dem Tod gedroht haben, sofern er ihm nicht bestätige, er sei Gott oder „ein Meister“. Die Tat wurde von einer 16-jährigen Schülerin aus dem Fenster beobachtet. Der Angeklagte kann sich angeblich nicht mehr an das Geschehen erinnern.

Das Gericht beauftragte einen Sachverständigen mit der Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens, welches Auskunft über die Schuldfähigkeit des Angeklagten geben sollte. Der Sachverständige attestierte dem Mann eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit, begründet durch den Alkoholkonsum. Allerdings könne auch nicht ausgeschlossen sein, dass er bei der Tat schuldunfähig war. Das Gutachten verunsicherte das Gericht, da es keine klare Aussage erkennen lässt ...

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