LG Osnabrück: Kein Anspruch nach schwerwiegenden Folgen von Mandeloperationen

Das Landgericht Osnabrück hat sich in zwei erst jetzt veröffentlichten Urteilen mit den schwerwiegenden Folgen von Mandeloperationen befasst und in beiden Fällen die geltend gemachten Ansprüche der Patienten abgewiesen, da – ungeachtet der schwerwiegenden Folgen für die Patienten – die Aufklärung vor den Eingriffen ordnungsgemäss erfolgt sei. Im einzelnen handelte es sich bei den Verfahren um folgende Sachverhalte:

1.

Im einen Fall (LG Osnabrück Urteil vom 22.09.2010 – Az 2 O 3/09) verklagte ein Ehepaar aus dem Südkreis Osnabrück einen Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, weil ihre Tochter eine Woche nach einer Mandeloperation verstorben war. Das 6 Jahre alte Kind litt unter Asthma bronchiale, Allergien und Mandelentzündungen. Im Sommer 2006 wurden ihr daher vom Beklagten in einem Krankenhaus die Rachen- und Gaumenmandeln entfernt. Vier Tage nach der Operation wurde die Patientin, der zuvor Antibiotikum und Schmerzmittel verordnet worden waren, entlassen. Als die Eltern ihr zwei Tage nach der Entlassung das Schmerzmittel verabreichten, verschluckte sich ihre Tochter und hustete. Weil sie auch Blut spuckte, riefen die Eltern sofort den Notarzt, der leider dem Kind nicht mehr helfen konnte. Es war an der Bluteinatmung erstickt.

2.

In dem zweiten Verfahren, [LG Osnabrück - Urteil vom 01.12.2010 - Az. 2 O 1471/09], hatte der inzwischen 53-jährige Kläger aus Hasbergen einen HNO-Arzt auf Schmerzensgeld in Höhe von 350.000,- € verklagt. Ende 2006 wurden dem unter Mandelentzündungen und Schnarchstörungen leidendem Kläger in einer Belegklinik im Landkreis Osnabrück die Gaumenmandeln entfernt (sog. Tonsillektomie). Nach der Operation erlitt der Kläger einen Hustenreiz, der eine massive spritzende Nachblutung verursachte ...

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