(K)eine Bombe in der Tasche

Wer die Dienste einer Prostituierten in Anspruch nehmen will, muss das nötige Kleingeld dafür besitzen. Dies war auch dem Angeklagten im BGH-Urteil vom 18.8.2010 (2 StR 295/10) bewusst, der sich das Geld mittels mehrerer Tankstellenüberfälle beschaffen wollte. Er drohte der Kassiererin mit einer Bombe, die sich in seiner Sporttasche befände und die er mittels – eines zuvor entwendeten – Mobiltelefons zünden würde, wenn diese nicht die Kasse aushändige. Tatsächlich existierte keine Bombe. An einer anderen Tankstelle nahm der Kassierer die Drohung nicht ernst. Der Angeklagte brach den Versuch ab.

Hier liegt räuberische Erpressung nach § 255 StGB vor. Fraglich ist, ob diese schwer im Sinne des § 250 StGB ist, da der Angeklagte mit der Zündung einer Bombe drohte.

In Betracht kommt die Anwendung des § 250 I Nr. 1b StGB, also

wenn der Täter sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden.

Die Rechtsprechung zu den Fällen des § 250 I Nr. 1b StGB sowie zu § 244 I Nr. 1 b StGB ist einschränkend ...

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