Oberarzt verklagt Chefarzt auf rund eine halbe Million Euro

Beim Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm ist unter dem Aktenzeichen 11 Sa 722/10 ein Mobbing-Rechtsstreit anhängig. Ein Oberarzt, der im St.-Marien-Hospital in Lünen angestellt ist, verklagt seinen ehemaligen Vorgesetzten, den Chefarzt, auf Schadenersatz in Höhe von rund einer halben Million Euro. Über den Sachverhalt dieses Falles habe ich im ersten Teil meines Artikels zum Urteil des BAG vom 25.10.2007 (AZ: 8 AZR 593/06) berichtet.

Der betroffene Oberarzt sieht sich seit Mai 2002 Mobbing-Attacken durch den Chefarzt ausgesetzt. Gespräche der Klinikleitung mit den beiden betroffenen Ärzten scheiterten ebenso wie die im Jahre 2003 und 2004 eingeleitete Konfliktlösungsverfahren.

Schließlich erhob der Oberarzt im Jahre 2004 Klage zum Arbeitsgericht Dortmund und verlangte von seinem Arbeitgeber, dem St.-Marien-Hospital, die Entlassung des Chefarztes und die Zahlung von Schmerzensgeld.

Das Arbeitsgericht Dortmund wies die Klage des Oberarztes am 22.12.2004 ab. Gegen dieses Urteil legte der Oberarzt Berufung zum LAG Hamm ein. Auch dort war dem Kläger nicht viel mehr Erfolg beschieden. Das LAG Hamm stellte in seinem Urteil vom 06.03.2006 (AZ: 16 Sa 76/05) im ersten Leitsatz der Entscheidung fest:

“Ein Anspruch des sich gemobbt fühlenden Arbeitnehmers auf Kündigung seines Vorgesetzten besteht nicht, da es grundsätzlich dem Arbeitgeber überlassen bleibt, durch welche geeigneten Maßnahmen er auf eine betriebliche Konfliktsituation reagieren will.”

Das LAG Hamm gab dem Kläger zumindest dahingehend Recht, dass Mobbing-Handlungen eines Vorgesetzten Schmerzensgeldansprüche des Opfers gegen seinen Arbeitgeber begründen können.

Nach Ansicht des LAG Hamm habe der Chefarzt “mobbingtypische Verhaltensweisen” gezeigt. Letztlich hat das LAG Hamm einen Schmerzensgeldanspruch des Oberarztes abgelehnt, da der Chefarzt nicht schuldhaft gehandelt habe ...

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