LG Köln: Aufrechnungsverbot in AGB auch bei Kaufverträgen unzulässig

Erst kürzlich hatte der BGH die folgende AGB-Klausel, die ein Aufrechnungsverbot des Bestellers regelte, in einem Werkvertrag für unzulässig erklärt:

“Eine Aufrechnung gegen den Honoraranspruch ist nur mit einer unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderung zulässig”

Der BGH hatte entschieden, dass eine solche Klausel ist in ihrer Pauschalität unzulässig sei, da sie den Käufer nach § 307 BGB unangemessen benachteilige, (Urteil vom 07.04.2011, Az. VII ZR 209/07). Die Verwendung einer solchen unzulässigen Klausel in AGB stellt dann nach § 4 Nr. 11 UWG zugleich einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht dar.

Der BGH hatte seine Entscheidung damit begründet, dass das Aufrechnungsverbot unzulässig in das Äquivalenzverhältnis des Vertrages eingreife:

„Eine solche Benachteiligung liegt vor, wenn der Besteller durch das Verbot der Aufrechnung in einem Abrechnungsverhältnis eines Werkvertrages gezwungen würde, eine mangelhafte oder unfertige Leistung in vollem Umfang zu vergüten, obwohl ihm Gegenansprüche in Höhe der Mängelbeseitigungs- oder Fertigstellungskosten zustehen (vgl. BGH, Urteil vom 23.06.2005, Az. VII ZR 197/03, BGHZ 163, 274, 279; OLG Frankfurt, OLGR Frankfurt 2008, 665; H.-D. Hensen in Ulmer/Brander/Hensen, AGB-Recht, 10. Aufl., § 309 Nr. 3 BGB Rn. 7 m.w.N.; Kessen, BauR 2005, 1691, 1693 ff.). Denn hierdurch würde in das durch den Vertrag geschaffene Äquivalenzverhältnis von Leistung und Gegenleistung in für den Besteller unzumutbarer Weise eingegriffen. (…)“

Die synallagmatische Verknüpfung der Werklohnforderung mit der Forderung auf mangelfreie Erfüllung des Vertrages findet zunächst ihren Ausdruck in einem Leistungsverweigerungsrecht des Bestellers im Falle einer mangelhaften oder nicht fertig gestellten Leistung, § 320 Abs. 1 BGB ...

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