Die Bild-Reporterin und „ihr Bulle“ auf dem Schreibtisch

Ein Polizist, der eine Journalistin exklusiv über einen Haftbefehl informiert und die Verhaftung dann vor der Reporterin und deren Fotografen inszeniert, begeht Geheimnisverrat. Mit einer am Dienstag, 23.08.2011, schriftlich veröffentlichen Entscheidung verurteilte daher das Amtsgericht Mannheim einen Polizisten wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 80,00 €, insgesamt 7.200,00 € (AZ: 26 Ds 809 Js 3356/10).

Der Polizist war früher bei einem Tierschutzverein aktiv und hatte so eine Reporterin der Bild-Zeitung kennengelernt. Später telefonierten beide werktäglich miteinander. Ob und in welcher Form auch eine private Beziehung bestand, konnte das Amtsgericht nicht klären. Nach einem Tötungsdelikt hatte der Polizist die Redaktion besucht, sich auf den Schreibtisch der Journalistin gesetzt und mit den Worten „Du hast ja mehr Bilder als wir“ mehrere Personen auf den Fotos identifiziert.

Nach den weiteren Feststellungen des Amtsgerichts hatte die Journalistin den Polizisten in der Redaktion als „ihren Bullen“ bezeichnet. Mehrfach rief sie ihn auch im Auftrag von Kollegen an, um Polizeiinformationen zu bekommen ...

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