Das Mobbing-Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 25.10.2007 und dessen Auswirkungen

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm berichtete am 19.07.2011 in einer Pressemitteilung:

„Mobbing – Oberarzt verklagt Chefarzt auf Schadensersatz in Höhe von einer halben Million Euro“

Dieser viel beachtete Rechtsstreit, der beim LAG Hamm unter dem Aktenzeichen 11 Sa 722/10 geführt und am 21.10.2011 weiterverhandelt wird, hat eine längere Vor- und Prozessgeschichte. Auf diesem Fall beruht das Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 25.10.2007 (AZ: 8 AZR 593/06) – eines der bedeuteten Urteile zum Thema Mobbing der vergangenen Jahre.

Was war geschehen?

Der heute 61 Jahre alte Kläger ist seit dem 15.08.1987 im St.-Marien-Hospital in Lünen als Arzt in der neurochirurgischen Abteilung beschäftigt. Am 01.12.1990 wurde er zum Oberarzt und ab dem 01.07.1992 zum Ersten Oberarzt der neurochirurgischen Klinik ernannt. Nach dem Ausscheiden des vormaligen Chefarztes Anfang 2001 wurde ihm die kommissarische Leitung der neurochirurgischen Klinik übertragen. Seine Bewerbung um die Chefarztstelle blieb allerdings erfolglos. Diese wurde ab dem 01.10.2001 einem externen Bewerber, dem vor dem LAG Hamm verklagten Chefarzt übertragen.

Der Kläger war seit 13.11.2003 wegen einer psychischen Erkrankung arbeitsunfähig. Am 19.07.2004 nahm er seine Arbeit wieder auf. Während seiner Arbeitsunfähigkeit hatte er sich bis 11.02.2004 in stationärer, danach in ambulanter Behandlung befunden. Vom 07.05.2004 bis 19.05.2004 hatte der Kläger einen Wiedereingliederungsversuch unternommen, der jedoch erfolglos abgebrochen wurde. Seit Oktober 2004 ist der Kläger fortlaufend arbeitsunfähig erkrankt.

Seit Mai 2002 sieht der Kläger durch den Chefarzt gemobbt. Nachdem er im März 2003 erste Vorwürfe gegen den Chefarzt gegenüber seinem Arbeitgeber erhoben hatte, führte der Verwaltungsdirektor der Klinik eine Reihe von Gesprächen mit den beiden betroffenen Ärzten sowie mit anderen Ärzten und Mitarbeitern der neurochirurgischen Klinik ...

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