Neues von der Krawattenfront

Wie Kollege Vetter berichtet (hier: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/08/19/links-660/ ), gibt es mal wieder eine Neuauflage des ewigen Streites, ob der Anwalt im Gericht eine Krawatte zu tragen hat, oder nicht (siehe auch hier: http://www.merkur-online.de/lokales/gauting/krawattenstreit-richter-wirft-anwalt-sitzungssaal-1366953.html ).

Derartige Streitigkeiten ergeben sich in schöner Regelmäßigkeit, wenn Kollegen die Meinung durchsetzen wollen, es gebe keinerlei gesetzliche Grundlage für die Pflicht zum Tragen eines Binders. Interessanterweise finden sich auch jedesmal die passenden Richter dazu, die ebenfalls meinen, sie müssten den betreffenden Anwalt erziehen. Hier am Ort gab es mal eine Geschichte, in der sich dieser Streit über mehrere Verhandlungstermine hinzog und in einem Ablehnungsgesuch wegen Befangenheit endete, der natürlich zurückgewiesen wurde. Auch die Hilfsangebote der vielen Kollegen, die sich bereits ihre eigenen Krawatten vom Hals rissen, um sie dem betreffenden Kollegen zu leihen, wurden zurückgewiesen - man kann sich vorstellen, dass die Stimmung mehr als nur vergiftet und das für den Mandanten auch nicht besonders vorteilhaft war; nicht zuletzt, weil dieser ja auch immer wieder vollkommen umsonst zum Termin kam, weil sein Anwalt sich weigerte, diesen blöden Kulturstrick um den Hals zu binden.

Unter uns gesagt: ich will mich hier jetzt entscheiden müssen, ob in diesen Fällen jetzt der Richter oder der Anwalt kindischer ist.

Die Bekleidungsfrage wird übrigens von Gericht zu Gericht unterschiedlich gesehen. An manchen wird es strenger gesehen und bei anderen wiederum hat man den Eindruck, das Gericht ist schon fröhlich, wenn die Anwälte überhaupt was an haben ...

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