Komisches Geständnis

Eine Mandantin wurde “aufgrund ihres vollumfänglichen Geständnisses” verurteilt. Und zwar wegen des vierzigfachen Erwerbs von Heroin. Sie hatte beim Amtsgericht keinen Anwalt und hat 9 Monate, zur Bewährung ausgesetzt, kassiert. Berufung hat sie selbst eingelegt, aber kurz vor der Berufungsverhandlung dann doch den Wunsch gehabt, nicht ohne Verteidiger in die Verhandlung zu gehen.

Sie sagte, das mit den 40 Mal sei nicht richtig. Zweimal sei allenfalls richtig.

Was war passiert? Sie ist von der Polizei (mit-)verhaftet worden, als man ihrem Freund vorwarf, in ein größeres Drogengeschäft verwickelt worden zu sein. Hierzu wurde sie “intensiv” von der Polizei ins Gebet genommen. Über einen ganzen Tag verteilt immer wieder Vernehmungen, in-die-Zelle-sperren, Besuche beim Gynäkologen, Vernehmungen, Zelle und so weiter… Sie sagt -und so steht es auch im Protokoll der Vernehmung(!)-, dass man ihr in Aussicht gestellt habe, freigelassen zu werden, wenn sie Angaben mache. Und so hat sie viel erzählt. Angeblich auch, dass sie Heroin konsumiere, “seit Weihnachten etwa zwei/dreimal pro Woche”. Das hat die Staatsanwaltschaft hochgerechnet und vierzig Mal Konsum daraus gemacht.

Beim Amtsgericht soll sie auch geständig gewesen sein. So steht es im Urteil. Die Mandantin behauptet das Gegenteil. Eben nur die zwei Male habe sie eingeräumt – im Übrigen habe sie sich bei der Polizei unter Druck gesetzt gefühlt und einfach irgendwas gesagt. Und so steht es auch im Protokoll der Sitzung vom Amtsgericht ...

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