Daddy cool?

Gemäß § 1632 II BGB entscheiden die Sorgeberechtigten mit wem das minderjährige Kind Umgang haben darf – oder eben auch nicht.

Einen der relativ seltenen Fälle, in denen eine solche Angelegenheit Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung geworden ist, hatte jetzt das AG Flensburg zu entscheiden.

Mitte des Jahres 2010 nahm der Antragsgegner einen Vorfall, bei dem das vierzehnjährige Mädchen, von anderen Kindern auf der Straße geärgert worden war, zum Anlass, mit dem Kind Kontakt aufzunehmen. In der Folgezeit entwickelte sich, auch vermittelt über die damals zwölfjährige Tochter des Antragsgegners, die nicht im Haushalt des Antragsgegners lebt, ihn indes regelmäßig besucht, ein Kontakt in der Weise, dass das Kind sich regelmäßig in der Wohnung des Antragsgegners aufhielt. Der Antragsgegner ließ das Kind an Mahlzeiten teilnehmen, bereitete ihr Pausenbrote zu, kaufte u. a. Kleidungsstücke, Schmuck, Schulbedarf, Arzneimittel, ein Weihnachtsgeschenk und, "für ein gutes Zeugnis" einen Zwerghamster — in der Wohnung des Antragsgegners gehalten — für sie. Dies führte dazu, dass das Kind sich schließlich nahezu täglich beim Antragsgegner aufhielt. Dieser behandelt das Kind "wie ein eigenes", will sich als "Ersatzvater" sehen und akzeptiert, dass das Kind ihn mittlerweile "Daddy" nennt. Schon im Dezember 2010 hatte sich die alleinerziehende Kindesmutter — die damit nicht einverstanden war und ist — hilfesuchend an das Jugendamt gewandt. Die Kindesmutter hatte vergeblich versucht, auf das Kind einzuwirken, welches sowohl vor als auch nach der Schule unmittelbar die Wohnung des Antragsgegners aufgesucht hatte. Das Kind setzt dies Verhalten seither fort; es ist insoweit nicht zu beeinflussen. Die Kindesmutter untersagte dem Antragsgegner den Kontakt zu dem Kind. Dieser ließ und lässt es gleichwohl in seine Wohnung ein ...

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