Ansprüche nach dem Scheitern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft

BGH, Urteil vom 06.07.2011, XII ZR 190/08

Ein Paar lebte "ohne Trauschein" zusammen. Während dieser Zeit erwarb die Frau ein Grundstück zu Alleineigentum. Auf dem Grundstück errichtete das Paar ihr Familienheim, woran sich der Mann (selbständiger Handwerker) mit Arbeitsleistungen, Material und finanziellen Mitteln erheblich beteiligte. Die Hauskredite nahm im wesentlichen die Frau allein auf. Im Jahr 2003 kam es zur Trennung.

Der Mann erhob Klage. Er habe rund 115.000 EUR in die Immobilie der Frau investiert. Bei der Trennung habe die Immobilie einen Wert von 230.000 EUR gehabt. Abzüglich der noch offenen Kredite von rund 100.000 EUR sei ein Wert von ca. 130.000 EUR verblieben. Hiervon forderte er 51%, also rund 65.000 EUR.

Nachdem der Mann in erster und zweiter Instanz unterlag, hob der BGH die Entscheidung des Berufungsgerichts indes auf.

Was sagt der BGH? Er verweist auf seine bisherige Rechtsprechung. Danach kommen für den Mann drei Anspruchsgrundlagen in Betracht.

Zum einen könne sich ein gesellschaftsrechtlicher Anspruch ergeben. "Die Anwendung gesellschaftsrechtlicher Regelungen kann in Frage kommen, wenn die Partner die Absicht verfolgt haben, mit dem Erwerb eines Vermögensgegenstandes, etwa einer Immobilie, einen - wenn auch nur wirtschaftlich - gemeinschaftlichen Wert zu schaffen, der von ihnen für die Dauer der Partnerschaft nicht nur gemeinsam genutzt werden, sondern ihnen nach ihrer Vorstellung auch gemeinsam gehören sollte".

Zum anderen kann sich ein Ausgleichsanspruch nach den Grundsätzen über den Wegfall der Geschäftsgrundlage ergeben ...

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