Schiffsbeteiligungen: Bundesfinanzhof kippt das steuerliche Modell der Fondsinitiatoren

Nicht weniger Anleger haben Schiffsbeteiligungen im Portfolio. Relativ krisensicher erschienen immer wieder Investitionen in moderne Doppelhüllentanker. In nicht unerheblichem Masse sind solche Investitionen auch (aber nicht nur) steuerlich motiviert. Den hierzu aufgelegten Fonds liegt regelmäßig das althergebrachte Konzept zugrunde: durch den Abzug von Zahlungen für diverse Dienstleistungen als Betriebsausgaben wurde (und wird immer noch) versucht, durch möglichst hohe anfängliche Verlustzuweisungen die Attraktivität zu erhöhen. Nunmehr hat der Bundesfinanzhof (BFH) durch Urteil vom 14.04.2011 entschieden, dass die typischen Initialkosten (Prospekterstellung, Eigenkapitalbeschaffung, Finanzierungsvermittlung, Mittelverwendungskontrolle usw.) vollständig den Anschaffungskosten des Schiffes zuzurechnen sind, �wenn sich die Kommanditisten aufgrund eines vom Projektanbieter vorformulierten Vertragswerks an dem Fonds beteiligen�. Außerdem entschied er, dass die Nutzungsdauer von zwölf Jahren, die sich aus der amtlichen Tabelle für sonstige Seeschiffe nicht anwendbar sei. Im Streitfall ging es um eine 2003 gegründete Gesellschaft, die ein einziges Tankschiff (Baujahr 2001) erwarb und betrieb. Das Finanzamt hatte von den anfänglichen Kosten in Höhe von über 5,7 Mio. € ganze 15.400 € anerkannt und die Restnutzungsdauer auf 15 Jahre festgelegt. Die Gesellschaft war von einer Restnutzungsdauer von 11 Jahren ausgegangen. Die erste Instanz führte nur dazu, dass die Gründungskosten (rd. 29.000 €) als � sofort abziehbare � Betriebsausgaben anerkannt wurden. Der BFH hat damit die bisherige �Extrawurst� für Schiffsfonds aufgegeben. Solche Beteiligungsmodelle müssen sich also nunmehr ebenso wie die sog. Bauherrenmodelle und Immobilienfonds behandeln lassen, bei denen die anfänglichen Aufwendungen den Anschaffungskosten zugerechnet werden ...Zum vollständigen Artikel


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