Radikal: Islamhasser in Berlin unterwegs…

"Radikal" von Yassin Musharbash

Ist das hier nur eine Buchbesprechung? Lutfi Latif ist frisch gewählter Abgeordneter der Fraktion der Grünen im Deutschen Bundestag. Kaum im Amt, stellt er sein Team zusammen – zu dem die junge Studentin Sumaya al-Shami und der Terrorismusexperte Samuel Sonntag gehören. Denn der neue Abgeordnete mit den ägyptischen Wurzeln wird bedroht. Von Islamisten ebenso, wie von Islam-Hassern. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis es zum blutigen Anschlag auf Latif kommt. Denn das Bundeskriminalamt ermittelt zwar – fischt aber (ohne es zu wissen fast im Wortsinne) im Trüben…

Es ist “nur” eine Buchbesprechung: Der Journalist und Islamwissenschaftler Yassin Musharbash (Spiegel Online) hat einen Roman geschrieben. “Radikal”, erscheint am Donnerstag im Verlag Kiepenheuer & Witsch. Ich sage es offen heraus: Das Buch hat mich in mehrfacher Hinsicht beeindruckt. Es ist spannend und gut erzählt, voller Bosheiten gegen den Berliner Politik- und Medienbetrieb und die Sicherheitsbehörden. Aber es ist auch parallel zu Musharbashs eigentlicher Arbeit entstanden (was ich für eine Herkules-Aufgabe halte) und dann auch noch gelungen (was bei Journalisten, die sich an Romanen versuchen, keine Selbstverständlichkeit ist).

Die Qualität von “Radikal” mag zwei Gründe habe: Yassin Musharbash kennt sich im Metier bestens aus. Er hat selbst jordanische Wurzeln, studierte Arabistik und Politologie und arbeitet für Spiegel Online, vor allem zum Thema Terrorismus. Das Thema lag im Nahe, aber auch am Herzen, sagt Musharbash. Wie radikaliseren sich Menschen? Zweitens – und sicher nicht weniger wichtig – hat Musharbash eine Zeit lang als Rechercheur für den Großmeister des Thrillers, John le Carré gearbeitet. Und wie er selbst sagt, sich von Carré das Selbstvertrauen abgeschaut, die Sache (ein Buch) einfach mal zu versuchen ...

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