Hochfrequente Strafbarkeit

Am vergangenen Wochenende kam es im Bundesligaspiel Hoffenheim gegen Dortmund zum Einsatz von Hochfrequenzschallgeräten. Den Hoffenheimern war es ein Dorn im Auge, dass die Dortmunder beleidigende Schlachtrufe gegen deren Mäzen Hopp absonderten. Diese Rufe und begleitenden Transparente waren schon in den letzten zwei Saisons jeweils ein großes Thema. Diesmal wollte man sich bei Hoffenheim wappnen und schlug zurück. Bei jedem neuen Gesang, der nicht ins Konzept passte, sollte das Hochfrequenzgerät angeschmissen worden sein. Ein guter Bericht zu den Vorkommnissen befindet sich in der Süddeutschen.

Ist das Handeln der Hoffenheimer nun strafbar?

Ich meine, dass man dies im Ergebnis bejahen kann. Es kommt allerdings entscheidend darauf an, wie dieses Schallgerät konzipiert war. Die vornehmste Aufgabe der Ermittlungsbehörden sollte also die Suche nach diesem Teil sein inklusive Hausdurchsuchung sowie Beschlagnahme.

Denn in objektiver Hinsicht muss man wohl davon ausgehen, dass das Schallgerät dazu geeignet ist, Verletzungen hervorzurufen. Jedenfalls dann, wenn die Behauptung des Dortmunders stimmt, der die Strafanzeige erstattet hat und der seit dem Einsatz unter einem Tinnitus leidet. Man stelle sich zum Vergleich die guten, alten Gaströten aus den 1980er Jahren vor, die -gegen ein Ohr gehalten- ohne weiteres eine schwere Verletzung hätten hervorrufen können. Wenn also die Verletzung auf dem Einsatz beruht (und nicht etwa eine Vorerkrankung ursächlich war), dann wird man von einer objektiven Körperverletzung ausgehen können. Letztlich wird ein Sachverständiger die Antwort liefern müssen, ob der Einsatz des Geräts die behauptete Verletzung hervorgerufen hat.

Je nachdem, wie das Gerät konzipiert ist, könnte auch eine “gefährliche Körperverletzung” vorliegen ...

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  • Mit Lautsprecher gegen BVB-Fans – In Hoffenheim gibt's was auf die Ohren

    sueddeutsche.de - 1 Leser - Während des Bundesliga-Spiels wurde in Hoffenheim ein hochfrequenter, mobiler Lautsprecher eingesetzt, um den Dortmunder Fanblock an Anti-Hopp-Gesängen zu hindern. Ein "Regisseur" soll das Gerät bedient, die Ordner daneben Ohrenschützer getragen haben. Ein Anhänger erstattet Anzeige.

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