Abkommen mit der Rechtsschutz: Ein Angebot, das der Anwalt nicht ablehnen kann?

Sie heißen “Rationalisierungsvereinbarung”, “Abrechnungsempfehlung” oder ähnlich. Sie sind – mehr oder weniger verbindliche – Vereinbarungen zwischen Rechtschutzversicherern und Rechtsanwälten. Sie werben mit Adjektiven wie “schlank”, “effektiv”, “schnell” etc. und versprechen Vorteile für alle Beteiligten (Win-win). So führen die Rechtsschutzversicherer an, ein Hilfebedürfnis ihrer Versicherten bei der Suche nach einem geeigneten Rechtsanwalt für ihren Fall zu befriedigen. Sie empfehlen einen kooperierenden Anwalt und dieser berücksichtigt das dann bei der – direkten – Abrechnung mit dem Versicherer.

Also: Der versicherte Mandant ist gut betreut und beraten, der Versicherer hat weniger Aufwand und Ausgaben und der Anwalt hat mehr Fälle und damit mehr Umsatz.

Aber: Trifft das tatsächlich zu ?

Der Versicherer: Hat weniger Ausgaben. So schätzt das Essener Soldan-Institut für Anwaltsmanagement, dass in den Abkommen die gesetzlichen Gebühren zwischen 20 und 40 % unterschritten werden. Win beim Versicherer: Ja.

Der Versicherte/Mandant: Es kann passieren, dass dem Versicherten tatsächlich ein geeigneter/spezialisierter Anwalt “empfohlen” wird. Maßgebliches Kriterium bei der Empfehlung des Versicherers ist dies jedoch nicht; maßgeblich ist vielmehr das Abkommen. So berichten Mandanten immer wieder, dass ihnen ein anderer Anwalt telefonisch “sehr nahe gelegt” wurde und/oder die vom Mandanten selbst erholte schriftliche Deckungszusage bereits einen entsprechenden Hinweis enthält. Manche Versicherte werden dadurch – entgegen eines anders lautenden Slogans - verunsichert. Sehen sie in der Empfehlung doch nicht nur einen unverbindlichen Hinweis sondern (auch) eine gewisse Verpflichtung ...

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