Selek zu zwei Tagen Papst verurteilt

War es ein Versehen oder eine besonders subtile Form der Strafe? Atilla Selek hat bei der Aussetzung seiner Strafe zur Bewährung vom Oberlandesgericht Düsseldorf Auflagen bekommen, die nun manchem baden-württembergischen Polizisten Bauchmerzen bereiten. Denn das OLG hat verfügt, dass Atilla Selek in Freiburg leben und dort seine Schulausbildung abschliessen soll. Freiburg erwartet aber Ende September den Besuch des Papstes. Und die örtliche Polizei kann eine Menge gebrauchen (zum Beispiel Verstärkung), aber nicht auch noch einen islamistischen Terrorhelfer in der Bewährung als zusätzliche Aufgabe. Das Problem an der Sache: Wenn sich Selek an die Auflagen des OLG hält, ist er zugleich ein Risikofaktor für den Papstbesuch. Eine echte Zwickmühle.

Beim Planungsstab der Polizei (“BAO Mitra”) für den Papstbesuch heißt es dazu: “Die Personalie ist bekannt, wir sind dran, eine Lösung zu suchen”. Wie eine Lösung aussehen kann, dazu gibt es offiziell keinen Kommentar. Besonders viele Möglichkeiten gibt es aber nicht. Ein “Sicherheitsgespräch” kommt in Betracht, bei dem man ganz offen mit dem Betroffenen die Situation bespricht und ihm klar macht, welches Verhalten für beide Seiten das Beste wäre: Nur zur Ausbildung das Haus verlassen und während des Papstbesuchs ansonsten in der eigenen Wohnung zu bleiben. Rechtlich wäre auch eine präventivpolizeiliche Verfügung möglich, dass Selek während des Papstbesuchs gewisse Stadtbereiche meiden muss. Aber auch das müsste man dann kontrollieren ...

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