Geschäftsführerhaftung – die Haftung des “faktischen” Geschäftsführers

Wie bereits hier des öfteren berichtet, ist vielen Geschäftsführern nicht bekannt, wie weitreichend ihre Haftung im Falle einer Insolvenzverschleppung ist (sog. Geschäftsführerhaftung. Zu der Haftungsgrundlage aus §§ 15a InsO, 64 GmbHG gibt es eine weitreichende Rechtsprechung und ist ein Standard, dessen Prüfung und Durchsetzung von Insolvenzrichtern gefordert und inzwischen auch von den allermeisten Insolvenzverwaltern beherrscht wird.

Bei der prozessualen Verteidigung sind häufig Überraschungen bei der unterschiedlichen richterlichen Bewertung über den Zeitpunkt der Insolvenzreife (Zahlungsunfähigkeit bzw. Überschuldung) und der Frage der Masseschmälerung zu erleben. Unterschiedlich bewertet wird selbst die Frage, wer überhaupt als Geschäftsführer in Haftung genommen werden kann; das dürfte deshalb für einige Leser überraschend sein, weil die Bestellung zum Geschäftsführer in das Handelsregister eingetragen werden muss (§ 10 GmbHG). Hierzu sollte man wissen, dass sich in der Kasuistik eine Haftung des sog. “faktischen” Geschäftsführers herausgebildet hat. In der Praxis ist es nicht selten zu erleben, dass neben “formalen” Geschäftsführern eine weitere Person wie ein Geschäftsführer leitende Funktionen im Unternehmen und sogar nach außen Vertretungsfunktionen wahrnimmt.

Häufig ist die Rechtsprechung – vor allem der unterinstanzlichen Gerichte die naturgemäß auch den Insolvenzgerichten (Amtsgerichte) näher stehen als den betroffenen Unternehmern – eher “verwalterfreundlich”; hiervon habe ich als Prozessanwalt in Insolvenzverfahren selbst profitiert ...

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