Lindner (FDP) geht auf ältere Arbeitslose los!

Das Sommerloch wabert und FDP-Generalsekretär Lindner meint, das zu einem Vorstoß gegen eine Gruppe ohnehin schon besonders benachteiligter Menschen nutzen zu müssen: er fordert, die Bezugsdauer von ALG I für ältere Arbeitslose wieder von 24 Monaten auf 18 Monate zurückzuschrauben. Unklar bleibt allerdings, ob er hierbei die einzelnen Altersstufen im SGB III wirklich berücksichtigt hat.

Diese verhalten sich gemäß § 127 SGB III wie folgt: (2) Die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld beträgt nach Versicherungsverhältnissen mit einer Dauer von insgesamt ... Monaten und nach Vollendung ... des ... Lebensjahres Monate 12 6 16 8 20 10 24 12 30 50. 15 36 55. 18 48 58. 24

Wenn Lindner (so er denn überhaupt vor seinem Vorstoß einen Blick ins Gesetz geworfen haben sollte) hier also von einer Rücknahme der 24 Monate spricht, kann er ausschließlich Arbeitslose ab dem 58. Lebensjahr meinen.

Das ist natürlich eine politisch unheimlich schlaue Idee, Arbeitslose in einem Alter, in dem sie von Arbeitslosigkeit ohnehin schon sehr viel stärker betroffen sind, als andere und in dem die Aussichten mehr als nur dürftig sind, zeitnah in den Hartz IV – Bezug zu stoßen und das, obwohl sie über Jahrzehnte brav in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt haben. Mir ist an dieser Stelle durchaus klar, dass die Arbeitslosenversicherung keine Individualversicherung sondern eine Solidarversicherung ist. Aber einen Menschen nach Jahrzehnten des Arbeitslebens und der Beitragszahlung auf das soziale Abstellgleis zu verschieben, ist schlicht unmenschlich und gebührt in keiner Weise den sozialstaatlichen Grundsätzen, für die sich die Väter des Grundgesetzes entschieden haben.

Erinnern wir uns doch an dieser Stelle mal, wie die 24 Monate Bezugszeitraum im Jahr 2008 eigentlich zustande gekommen sind ...

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