Von Vera Brühne zu Verena Becker

Urteil Vera Brühne

Was hat das Verfahren gegen Verena Becker mit dem Doppelmord-Prozess gegen Vera Brühne (1910 – 2001) zu tun? Auf den ersten Blick gar nichts. Der Brühne-Prozess um den Mord an Dr. Praun und seiner Haushälterin 1960 war wohl einer der spannendsten und spektakulärsten Strafverfahren der 1960er Jahre. Doch mit Terrorismus hatte er rein gar nichts zu tun. Doch auf den zweiten Blick gibt es eine hoch interessante Gemeinsamkeit: In beiden Verfahren taucht die gleiche Person als Zeuge auf – und nimmt in beiden Verfahren für sich in Anspruch, entscheidende Informationen beitragen zu können. Obwohl der Zeuge dadurch mutmaßlich gegen die ethischen Regeln seines Berufsstandes (Journalist) verstößt. Ein Zufall?

Die Rede ist von Nils von der Heyde, der nicht nur kräftig an seinem eigenen Wikipedia-Artikel schreibt, sondern am Donnerstag dieser Woche vor dem OLG Stuttgart aussagen soll. Vermutlich wird er dort erzählen, was ihm der frühere (inzwischen verstorbene) Präsident des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz, Christian Lochte, 1977 erzählt haben soll. Lochte war damals Abteilungsleiter des Hamburger Verfassungsschutzes und habe von der Heyde gesagt, “die Sola” habe Siegfried Buback erschossen. “Sola” sei Verena Becker, habe Lochte damals erläutert. Und er sei darüber erschüttert, weil er dachte, das Bundesamt für Verfassungsschutz habe Verena Becker unter Kontrolle. Das alles will von der Heyde als damaliger Chefreporter der BILD-Zeitung erfahren und bis jetzt für sich behalten haben. Beim Hamburger Verfassungsschutz hört man hingegen, die Geschichte sei “Schifferscheiße” (wie man es mit hanseatische Zurückhaltung ausdrückt).

Auch für mich hat diese Aussage mehrere kleine Schönheitsfehler, aber diese seien zunächst einmal zurückgestellt ...

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