Vertraulichkeit kennt keine Grenzen

Gegen einen Mandanten wird wegen einer (neuen) Straftat im Knast ermittelt. Es ging um eine Auseinandersetzung mit einem Mitgefangenen. Die Sache kommt auch zur Anklage – ich bin nun Verteidiger, bekomme die Ermittlungsakte und schicke dem Mandanten -wie üblich- eine komplette Kopie meiner Kopie.

Der Mandant bekommt nun genau deshalb plötzlich Ärger: Man droht ihm ein knastinternes Disziplinarverfahren an, weil er in seiner Zelle Unterlagen aufbewahrt, die datenschutzrechtliche Belange anderer verletzen würden. Genau genommen geht es um Blätter aus der Akte, aus denen genau hervorgeht, aus welchen delikaten Gründen der Kontrahent der Auseinandersetzung einsitzt. Das sei eine Verletzung des Datenschutzes und er, der Mandant, müsste sich dafür verantworten.

Zunächst mal ein dumpfes Gefühl, wenn hier jemand aufgrund meines Verhaltens Ärger bekommt. Habe ich einen Fehler gemacht? Nein, ich glaube eher, insoweit alles richtig gemacht zu haben. Was wirft die JVA hier vor? Sie selbst hat diese Blätter im Rahmen der Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft gegeben. Auch daraus hat sich ein Verfahren entwickelt, das zu bösen Konsequenzen für den Mandanten führen kann. Und selbstverständlich hat ein Beschuldigter immer den vollständigen Informationsanspruch auf sein eigenes Verfahren ...

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