Stuttgart 21 Uhr. Eine Momentaufnahme.

Eine Reportage. Von unserem Korrespondenten RA Lupo, z.Zt. Stuttgart

Man liest so viel dieser Tage in den Zeitungen. Über die aufgebrachten Menschen, über die Stadt und über die angespannte Lage. Wieder hat es Ärger gegeben. Es hat gebrannt. Die Polizei greift durch, es soll wieder Randale gegeben haben. Den ersten Toten meldet die FAZ per Push-Meldung aufs iphone – allerdings aus London. Ich muss nach Stuttgart.

Von Frankfurt bis Mannheim geht alles ganz normal. Wir haben einen Sitzplatz und neben mir liegt der Helm und die Splitterschutzweste. Der Zug fährt durch die grüne Landschaft, durch das malerische Bibis, wo die Abendsonne blutrot noch einmal das Atomkraftwerk anstrahlt, weiter bis nach Mannheim. Mannheim ist der letzte Halt vor Stuttgart – letzte Gelegenheit, es sich noch einmal überlegen. Viele überlegen es sich noch einmal und steigen spontan aus. Dann geht es weiter, der Zug ist halb leer geworden. Wer jetzt weiterfährt, der will es wissen. So wie Rüdiger* (44), der für einen Automobilzulieferer arbeitet und regelmäßig die Strecke fährt. Er will nicht genannt werden. Auch er ist für den neuen Bahnhof, aber das sagt er nicht gerne. Sein Arbeitgeber zahlt im Gefahrenzulage, wenn er nach Stuttgart muss. Etwa dreißig Minuten und viele Tunnel später bremst der Zug langsam und eine zitternde Stimme kündigt an: Stuttgart! Es wird ernst ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK