(Strafverteidiger Berlin) BGH vom 20.4.2011: eine Vielzahl markanter Narben können eine dauernde Entstellung i.S. von § 226 Abs.1 Nr. 3 StGB sein (2 StR 29/11)

Bei einer Vielzahl markanter Narben, gerade wenn sie sich alle an einer Stelle des Körpers befinden, hat das Gericht Feststellungen dazu treffen, ob der Geschädigte im Sinne des § 226 Abs. 1 Nr. 3 StGB in erheblicher Weise dauernd entstellt wurde.

Hierzu der BGH in einer aktuellen Entscheidung:

BGH, Urteil vom 20.4.2011

2 StR 29/11

….

wegen versuchten Totschlags u.a.

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat in der Sitzung vom 20. April

2011, an der teilgenommen haben:

für Recht erkannt:

1. Auf die Revision des Nebenklägers wird das Urteil des Land-

gerichts Kassel vom 6. September 2010 – mit Ausnahme des

Ausspruchs über den Adhäsionsantrag – aufgehoben

a) im Schuldspruch hinsichtlich der Tat zum Nachteil des

Nebenklägers mit den Feststellungen zum äußeren Ver-

letzungsbild,

b) im Ausspruch über die Gesamtstrafe.

2. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhand-

lung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmit-

tels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurück-

verwiesen.

Von Rechts wegen

Gründe:

1

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen versuchten Totschlags in

Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und wegen vorsätzlicher Körper-

verletzung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und fünf Monaten

verurteilt. Es hat den Angeklagten ferner verurteilt, an den Nebenkläger ein

Schmerzensgeld in Höhe von 12.000 Euro nebst Zinsen in Höhe von fünf Pro-

zentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 1. Juni 2010 zu zahlen. Überdies

hat es festgestellt, dass der Angeklagte verpflichtet ist, dem Nebenkläger sämt-

liche künftigen immateriellen Schäden zu ersetzen, die aus dem Vorfall vom

16. August 2009 in Kassel entstehen werden ...

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