Gerichtssprache ist deutsch - nicht unbedingt hochdeutsch!

Die Sache mit der Gerichtssprache ist in Deutschland zwar gesetzlich geregelt, kann aber durchaus einer unterschiedlichen richterlichen Auslegung unterfallen.

§ 184 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) ist hier eigentlich - so sollte man meinen - ziemlich deutlich:

Die Gerichtssprache ist deutsch. Das Recht der Sorben, in den Heimatkreisen der sorbischen Bevölkerung vor Gericht sorbisch zu sprechen, ist gewährleistet.

Lassen wir die Sorben mal außen vor, die am äußersten östlichen Rand der Republik leben und erstaunlicherweise im Gegensatz zur dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein in Sachen Gerichtssprache Minderheitenschutz genießen.

Ich selber habe in Sachen Gerichtssprache schon so einiges erlebt.

Beim AG Dippoldiswalde (ja, ich musste selber auch zunächst Google Earth bemühen, um zu sehen, wo das ist ...) hat die Vorsitzende glücklicherweise in eienr Art hochsächsisch verhandelt - ganz im Gegensatz zur Gegenkollegin, für die ich gerne einen Dollmetscher beantragt hätte.

Beim LG München I sprach man etwas, dass ich bei einiger Konzentration als deutsch identifizieren konnte - böse Zungen behaupten ja, Bayern und damit auch die Landeshauptstadt gehörten ohnehin nicht zu Deutschland; ob also § 184 GVG hier überhaupt gilt, ist noch die Frage ...

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