Die „vorschnelle“ Absetzung eines Geschäftsführers

(mn) Ein Rechtsstreit zwischen Gesellschaftern einer GmbH kann – insbesondere wenn es um einen Gesellschafterausschluss und/oder die Absetzung eines Gesellschafter-Geschäftsführers geht – zu einem hitzigen Gefecht vor Gericht ausarten, das Ihresgleichen sucht. Dessen ungeachtet oder gerade deswegen kann es gelingen, den Standpunkt und das Vorgehen der Gegenseite mit kühlen, juristischen Argumenten auszuhebeln. Ein Beispiel aus der Praxis:

Ausgangslage ist eine österreichische GmbH, an der zwei Gesellschaftergruppen (A und B) zu gleichen Teilen beteiligt sind. Keine der Gesellschaftergruppen verfügt in der Generalversammlung also über eine einfache Mehrheit. Die Gesellschaftergruppe A stellt den alleinigen Geschäftsführer der GmbH, auf dessen Absetzung die Gesellschaftergruppe B wegen angeblicher Verletzung von Geschäfts¬führer¬pflichten geklagt hat.

Zuvor hatte die Generalversammlung einstimmig – mit den Stimmen der Gesellschaftergruppe A – den Ausschluss der Gesellschaftergruppe B aus der GmbH beschlossen, verbunden mit der Ver¬pflichtung der Gesellschaftergruppe B, ihre Geschäftsanteile an die Gesellschaftergruppe A abzu¬treten. Gemäß Gesellschaftsvertrag war die Gesellschaftergruppe B als auszuschließende Gesell¬schafter dabei einem Stimmverbot unterworfen.

Die Gesellschaftergruppe A hat gegen die Klage deshalb unter anderem eingewendet, dass die Gesellschaftergruppe B aufgrund ihres Ausschlusses gar nicht legitimiert sei, auf Absetzung des Geschäftsführers zu klagen ...

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