Reisetipp: Arbeitsgerichtstag beim AG Euskirchen

Freitag morgen hatte ich eine Premiere: ich war zum ersten Mal beim Gerichtstag des Arbeitsgerichts Bonn in Euskirchen beim dortigen Amtsgericht (da werden die Sachen verhandelt, die örtlich eher in den Bereich der Eifel gehören. Das ArbG Bonn deckt das dann einmal wöchentlich mit ab). Ich hatte zwar schon haufenweise Sachen beim ArbG Bonn – Euskirchen hatte sich allerdings nicht ergeben.

Dort angekommen fanden sich zwar schon eine Reihe von Kollegen vor dem Saal, der Vorsitzende allerdings ließ auf sich warten (was durchaus mal vorkommen kann; von Bonn bis raus nach Euskirchen ist es eine gefühlte Weltreise!). Die Kollegen klärten mich darüber auf, dass in solchen Fällen ab einer Verspätung von 30 Minuten in Euskirchen üblicherweise ein 50 Liter Fass Kölsch fällig sei – entsprechend meine Enttäuschung, als der Herr Vorsitzende dann kam und die 30 Minuten noch nicht verstrichen waren ... auf die Sache mit dem Kölschfass angesprochen meinte dieser dann "Das muss dann aber übers Wochenende reichen". Wir Anwälte fanden das eine durchaus knappe Schätzung.

Vor mir wurden noch zwei Sachen verhandelt. In der ersten hing die Wirksamkeit der Kündigung daran, ob das KSchG anzuwenden wäre oder nicht und um genau zu sein an der Zahl der im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmervertreter hatte wohl vorab eine Liste mit Mitarbeitern gekriegt die er mit den Worten "Da fehlt die Putzfrau!" kommentierte. Richter: "Und wie heißt die Putzfrau?" Kollege: "Das weiß ich nicht – mir wurde nur gesagt, die Putzfrau fehlt" Richter (zum anderen Kollegen): "Ist das die Frau sowieso? Die hat am wenigsten Stunden ..." Kollege2: "Das weiß ich nicht ...." Die Parteien haben sich verglichen, weswegen wir die Identität der armen Putzfrau wohl nie erfahren werden ...

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