Was muss ein Rechtsstaat ertragen?

© Gerd Altmann / pixelio.de

Der Mörder des damals elfjährigen Jakob von Metzler, Magnus Gäfgen, erhält durch das Landgericht Frankfurt/Main einen Schadensersatzanspruch in Höhe von 3.000,00 EUR gegen das Land Hessen zugesprochen.

Rechtsanwalt Professor Dr. Ralf Höcker erwirkt für den vom Vorwurf der Vergewaltigung in der ersten Instanz freigesprochenen Wettermoderator Jörg Kachelmann vor dem Landgericht Köln sowohl gegen die ehemalige Nebenklägerin als auch gegen eine das Urteil kommentierende Staatsanwältin sowie gegen diverse Zeitungen einstweilige Verfügungen und erreicht, dass der Vorwurf der Vergewaltigung gegen seinen Mandanten nicht mehr wiederholt und die von Prof. Höcker inzwischen als “Erfinderin des Vergewaltigungsvorwurfs“ bezeichnete Nebenklägerin nicht mehr als „Opfer“ oder „Geschädigte“ bezeichnet werden kann.

Was hat dies miteinander zu tun? Nun, es geht um die Frage, was muss ein Rechtsstaat ertragen, welchen Schutz dürfen Täter und Opfer beanspruchen – und wie reagiert ein Rechtssystem, eine Gesellschaft und deren Medien in Extremsituationen.

Fall Kachelmann

Im Fall Kachelmann haben wir weiterhin keine klaren Täter und Opfer, was den eigentlichen Vergewaltigungsprozess betrifft, wir haben aber einen erstinstanzlich freigesprochenen Angeklagten, der nicht nur während des Prozesses von vielen Seiten massiv vorverurteilt worden ist, sondern der sich nun auch damit auseinandersetzen muss, dass er trotz des Freispruchs weiterhin teilweise offen als Täter gebrandmarkt wird, teilweise subtil, indem man die Nebenklägerin als „Opfer“ oder „Geschädigte“ bezeichnet (denn das muss es ja einen „Täter“ bzw. „Schädiger“ geben…) ...

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