Recht und Gerechtigkeit – Entschädigung für Magnus G.

Das Landgericht Frankfurt am Main hat heute das Urteil in dem Zivilverfahren Magnus G. gegen das Land Hessen veröffentlicht, welches mit einer Verurteilung des Landes Hessens zur Zahlung von 3.000,- € Schmerzensgeld endete, wobei aber der wohl überwiegende Teil der Klage abgewiesen wurde, da der Kläger 4/5 der Verfahrenskosten zu tragen hat.

Zur Erinnerung: Magnus G. hatte im Jahre 2002 einen 11jährigen Jungen entführt und ermordet, um nachfolgend ein Lösegeld von den Eltern zu erpressen. Im Rahmen der Geldübergabe wurde Magnus G verhaftet und im nachfolgenden Verhör von einem Polizeibeamten auf Weisung des Vizepräsidenten der Polizei mit Gewalt bedroht, da die Polizeibeamten davon ausgingen, dass das Entführungsopfer noch lebt, aber durch die Verhaftung des Täters in Lebensgefahr schwebt. Magnus G wurde im nachfolgenden Strafverfahren zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. In einer Vielzahl von Verfahren hat Magnus G nun versucht, auf Grund der unstreitigen Folterandrohung eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu erreichen. Nach dem Scheitern dieser Verfahren wurde nun dieses Zivilverfahren mittels PKH durchgesetzt.

Das Urteil des Landgerichts Frankfurt hat zu einer erheblichen Empörung unter Bürgern, Politikern und der Boulevard-Presse geführt. Aus Sicht eines Juristen ist das Urteil aber richtig.

Denn bei einem gerichtlichen Verfahren muss der Richter das Vorleben der Parteien ausblenden, es ist egal ob der Kläger ein verurteilter Kindermörder oder ehemaliger Bundeskanzler ist. Schon in Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes steht:

“Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich”

Das muss also auch für Magnus G gelten ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK