Stuttgart 21-Schlichter Heiner Geißler: „Wollt Ihr den totalen Krieg?“

Angeblich handelt es sich um das derzeit größte und bekannteste Mediationsverfahren in Deutschland: die Schlichtung um das Großbauprojekt der Deutsche Bahn AG, das Projekt „Stuttgart 21″. Mit der Bahn, der Stadt, dem Land, der Naturschutzorganisation BUND und anderen Protestbewegungen gibt es so viele Beteiligte wie selten in einem Schlichtungsverfahren.

Aber: es ist gar keine Mediation! Zwar werden wohl zwei der tragenden Säulen einer Mediation erfüllt: die Beteiligten sitzen freiwillig zusammen (auch wenn sich die Bahn möglicherweise durch die Proteste dazu genötigt sieht) und der moderierende Dritte, Herr Dr. Heiner Geißler, ist neutral (wovon mal ausgegangen wird, solange es keinen gegenteiligen Beweis gibt). An der dritten Säule, der Vertraulichkeit, hapert es schon; denn wie in kaum einem anderen Konflikt werden zahlreiche Details der Gespräche nach außen getragen und von den Medien in Windeseile verbreitet. Vertraulichkeit sieht anders aus, verpflichten sich in einer Mediation doch alle Beteiligten, über das Gesagte Stillschweigen zu bewahren. Und dann gilt bei einer Mediation noch das Grundprinzip der Lösungsfindung durch die Beteiligten selbst. Eine Mediation unterscheidet sich gegenüber anderen Schlichtungs- und auch Gerichtsverfahren dadurch, daß die Beteiligten (die sogenannten Medianten) die Lösung selbst erarbeiten und nicht eine Lösung vorgegeben bekommen (beispielsweise durch einen Richter) ...

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