Flexibler Zeuge: Konvertieren für das BKA

Fax des Verfassungsschutzes zum Zeugen

Erstaunliche Wendungen im “Buback-Prozess” gegen Verena Becker hat es ja schon reichlich gegeben. Heute darf ich eine weitere präsentieren. Es handelt sich um eine Geheimdienst-Schnurre – wobei viel dafür spricht, dass diesmal die beteiligte Verfassungsschutzbehörde eher Objekt, als Subjekt ist. Es geht um den merkwürdigen Auftritt von Peter B. vor dem Oberlandesgericht Stuttgart am 14. Juli.

Der Zeuge sollte zu seinem Wissen über den Anschlag 1977 aussagen und zierte sich erheblich. Mit der Begründung: Nachdem er sein Wissen 2009/2010 dem Bundeskriminalamt mitgeteilt habe, sei der thüringische Verfassungsschutz zu ihm gekommen und habe ihn bedroht: Es könne Nachteile für ihn bringen, wenn er weitere Angaben in dem Fall mache.

Vor drei Wochzen herrschte bei Gericht Ungläubigkeit und Verwunderung über diese Aussage. Fest stand bislang nur: In den 70er Jahren war B. einmal V-Mann und Kronzeuge in einem Prozess gegen Linksextremisten in Rheinland-Pfalz. Doch damit habe das alles nichts zu tun, es gehe um ganz aktuelle Vorgänge, raunte der Zeuge. Und mauerte.

Der Vorsitzende Richter Hermann Wieland unterbrach sicherheitshalber die Vernehmung und will nun beim Verfassungsschutz Thüringen eine Klärung des merkwürdigen Vorgangs erreichen. Er dürfte eine erstaunliche Geschichte zu hören bekommen ...

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