4A_254/2011: Schiedsspruch oder Schiedsgutachten?

Im Entscheid 4A_254/2011 vom 5. Juli 2011 trat das Bundesgericht nicht auf eine Beschwerde gegen einen Binnenschiedsspruch ein. Das Bundesgericht hielt zunächst fest, dass die Parteien nicht im Voraus auf ein Rechtsmittel gegen einen Binnenschiedsspruch verzichten können (E. 3.1). Folglich erachtete es die in der Schiedsvereinbarung enthaltene gegenteilige Abrede ("Les parties s'engagent à se conformer à cette décision et ne plus faire recours au Tribunal fédéral") für ungültig. Das Bundesgericht wandte sich daraufhin der Frage zu, ob es sich beim Beschwerdeobjekt um einen Schiedsspruch oder ein Schiedsgutachten handelt. Sollte ein Schiedsgutachten vorliegen, so das Bundesgericht, dann würde dieses nicht der Beschwerde an das Bundesgericht gemäss Art. 389 Abs. 1 ZPO unterliegen (E.4). Nach Auslegung der Parteivereinbarung gelang das Bundesgericht zum Schluss, dass die Parteien eine Schiedsvereinbarung eingehen wollten (E. 4.2):
"De telles dispositions plaident manifestement en faveur de l'existence d'un arbitrage et non d'une expertise-arbitrage: il ne s'agissait pas pour les parties d'obtenir du mandataire un simple avis, fût-il contraignant, dont elles pourraient se prévaloir, au besoin, dans une procédure judiciaire ou arbitrale subséquente, mais une décision revêtue de l'autorité de la chose jugée et exécutoire dans les dix jours de son prononcé."
Da somit ein Beschwerdeobjekt i.S.v. Art. 389 Abs. 1 ZPO vorlag, befasste sich das Bundesgericht mit den Beschwerdegründen ...Zum vollständigen Artikel


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