Nicht der Führerschein weg, sondern der Job!

Nicht drei Abmahnungen, sondern eine weitaus höhere Zahl an verschuldeten Verkehrsunfällen und dreiste Lüge führten zur fristlosen Kündigung des Arbeitnehmers, wie im Ergebnis das LAG Sachsen am 28.04.2011 entschied (1 Sa 749/10).

Der betroffene Arbeitnehmer hatte in den letzten 8 Jahren insgesamt 6 verschuldete Verkehrsunfälle verursacht. Außerdem hatte es eine ganze Reihe an Beschwerden über dessen rüpelhafte Fahrweise gegeben (schon blöd, wenn am Firmenfahrzeug die Telefonnummer steht und man so dermaßen rabiat fährt, dass andere sich darüber auch noch beschweren!). Auf diese Beschwerden hin wurde der Arbeitnehmer schlussendlich erst mal abgemahnt.

Rund ein Jahr später rummste es dann erneut, als der Arbeitnehmer einem anderen Fahrzeug, das an der roten Ampel stand, hinten drauf fuhr (sowas hatte er schon einmal zuvor veranstaltet). Da das andere Fahrzeug unbeschädigt war, verzichtete der andere Fahrer auf eine Regulierung und das Hinzuziehen der Polizei. Der Arbeitnehmer allerdings kam auf die glorreiche Idee, den eigenen Schaden in Höhe von rund 1.500,00 EUR dadurch zu verschleiern, indem er gegenüber dem Arbeitgeber behauptete, jemand anderes sei in das geparkte Fahrzeug von vorn reingefahren und einfach abgehauen, weswegen der Schadenverursacher unbekannt sei. Die Version sorgte allerdings schon aufgrund des Schadensbildes für Zweifel. Dem allerdings nicht genug hatte der Arbeitgeber auch noch seinen Kollegen diese Version bestätigen lassen ...

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