Ehepartner: Aufgepasst, wenn einer selbstständig ist

Die aktuelle Rechtsprechung bekräftigt den Regelungsbedarf bei Unternehmerehen. Ein gerechter Interessensausgleich erfordert Weitblick. Was Paare per Ehevertrag einvernehmlich regeln können.

Marktposition, Markenwert oder Kundenstamm: Der Bundesgerichtshof (BGH, Az. XII ZR 40/09) hat in einem aktuellen Urteil endgültig geklärt, dass die Berücksichtigung des “Goodwill” bei der Ermittlung des Zugewinnausgleichs rechtens ist. Bei der Berechnung ist ein nach den individuellen Verhältnissen bemessener Unternehmerlohn abzuziehen. Der “Goodwill” ist der Firmenwert, der über die eigentlichen Vermögensgegenstände hinaus bei einer Unternehmensveräußerung erzielt werden kann. Durch die Berücksichtigung des “Goodwill” kann sich der Zugewinnausgleich bei Unternehmerehen maßgeblich erhöhen. Insbesondere Freiberufler und Selbstständige sollten ehevertragliche Regelungen treffen, um negative Nachwirkungen für sich und ihre Partner zu vermeiden. Das gilt auch für alle, die vor dem Schritt in die Selbstständigkeit stehen.

Diese Rechtslage hat weitreichende Konsequenzen. Der “Goodwill” erhöht den Wert des Endvermögens und damit regelmäßig den Ausgleichsanspruch des Ehegatten. Tückisch: Der “Goodwill” ist im Unternehmen gebunden und wird erst bei einer Veräußerung zu liquiden Mitteln. “Der Unternehmer kann im Scheidungsfall zum wirtschaftlich unsinnigen und steuerlich belastenden Verkauf der Firma gezwungen sein”, betont Dr. Stephanie Thomas, Rechtsanwältin und Steuerberaterin der Wirtschaftskanzlei WWS in Mönchengladbach. “Dabei bildet die Firma die Existenzgrundlage für den Unternehmer und ist oft auch die Basis für Unterhaltszahlungen ...

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